Satz mit X

Am Donnerstag sollte etwas uns Unbekanntes aus der Biokiste verarbeitet werden: Zuckerhut. Laut Beschreibung eine Salatzichorie, aber auch kochbar, verwandt mit Chicorée, geschmacklich leicht bitter, so ähnlich wie Endivien. Endivien mag ich sehr gerne, also schien mir das beiliegende Rezept “Zuckerhuttopf (deftig für den Winter)” einen Versuch wert.
Ich brutzelte also Schinkenwürfel und Zwiebelringe an, nahm sie aus dem Topf, gab dafür den gesechzehntelten Zuckerhut hinein, außerdem vier Karotten in Scheiben, Gewürze und etwas Flüssigkeit und harrte der Garung der Karotten (sowie der der Salzkartoffeln im Nachbartopf). Irgendwann testete ich eine Karotte an, und zwar durch Kauen, und dachte nur “Oh”. Der Geckomann bekam auch eine und sah sehr unglücklich aus. Sowas Bitteres habe ich definitiv noch nie fabriziert, das stellte sich spätestens dann heraus, als wir den Zuckerhut selbst probierten und ihn nicht herunterschlucken konnten. Das merkwürdige dunkle Limogetränk in Italien, dessen Namen ich wohl verdrängt haben muss, schmeckte ähnlich bitter. Hmpf. Und nun?

Der Vorteil eines Supermarktes in direkter Laufnähe machte sich wieder einmal bezahlt, es brach also ein Expeditionstrupp auf, während ich den Salzkartoffeln gut zuredete, doch bitte nicht zu zerfallen, und währenddessen einen Endiviensalat zubereitete. Da ja noch die Schinkenwürfel und Zwiebelringe unverwendet waren, wanderten sie ebenfalls in den Salat, dessen Bitterkeit keinesfalls der des Zuckerhuts ähnelte. (Ich habe zuerst noch die Karotten aus dem Topf gefischt und mehrfach abgespült, in der Hoffnung, sie vielleicht mit den Kartoffeln zusammen noch irgendwie verarbeiten zu können – keine Chance, die hatten dermaßen diesen Geschmack angenommen, und das, obwohl sie noch nichtmal lange genug im Topf gewesen waren um gar zu sein…)
Der Retter des Abendessens (er besteht auf dieser Formulierung ;-) ) brachte dann ein wenig Rinderbraten mit nach Hause, aus dem er wunderbare Rumpsteaks zauberte, und somit haben wir doch noch sehr wohlschmeckend zu Abend gegessen. Aber mit Zuckerhut werde ich mich vermutlich nie mehr anfreunden, auch wenn der Name so sympathisch klingt…

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