Sechsundfünfzig

Seit der Krankenhauswoche Anfang Februar geriet mein schöner Nachmittags-Büro-Rhythmus wieder völlig aus den Fugen, und Notbetreuung in der Kita sowie abwechselnde Seuchen in den folgenden Wochen machten es nicht besser. Diese Woche allerdings hat endlich wieder fast alles gepasst, und für heute hatte ich mir am Montag auch direkt ein paar Stunden eingeplant, so dass ich meinen Plan, bis nächsten Freitag die Steuer soweit vorbereitet zu haben, dass ich sie spätestens Ende des Monats abgeben kann, vermutlich einhalten kann. Wenn das erledigt ist kann ich mich auch um die neue Buchhaltungssoftware kümmern, mit der der bisherige Anbieter zunehmend deutlicher herumwedelt (die klingt aber auch echt so, als wäre sie um Längen besser).

Heute Abend wuchs dafür die Decke, nach schätzungsweise zwei weiteren Abenden wird sie wohl fertig sein.

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Fünfundfünfzig

Die flauschige Decke wächst und wird vielleicht über Ostern fertig, und vielleicht bin ich so verrückt und arbeite am Ende noch alle zugehörigen Wollreste ein. Außerdem kann ich jetzt die Technik des unsichtbaren Fadenwechsels bei filzbaren Garnen, das ist schon ziemlich nett.

Ansonsten bin ich abends echt müde, ich definiere das mal als Frühjahrsmüdigkeit. Oder es liegt an „Mord mit Aussicht“.

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Vierundfünfzig

Den ersten frühlingshaften Tag mit viel Licht bis in den Abend haben wir direkt mal genutzt und sind nach Silz in den Wild- und Wanderpark gefahren. Da wir erst um halb vier dort waren, ist es ganz gut, dass es inzwischen lange hell ist…

Der Minigecko stiefelte fleißig durch den Park, besonders gerne bergauf (dies meine ich völlig unironisch, bergauf findet er super), begrüßte Hühner „Allo Üüünä!“, winkte Ziegen und streichelte furchtlos das Pony. Dass die ganz großen Pferde eigentlich Wisente waren, wollte er mir allerdings nicht so recht glauben, dafür spielte er mit Vergnügen mit den Damwildkühen Verstecken und erkannte die Wildschweine korrekt als Oinkoink.

Ich für meinen Teil bin jetzt hundemüde und liege seit kurz vor 9 im Bett, der Geckomann verendet möglicherweise auf dem Sofa, und der Jüngste scheint inzwischen allen Kuscheltieren von seinen heutigen Abenteuern berichtet zu haben.

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Dreiundfünfzig

Unser Gewächshaus hat wieder Scheiben, dank Silikon sind sie nun hoffentlich auch stabiler. Seit den Winterstürmen sah das Häuschen eher aus wie ein Gerippe, die Hohlkammerplatten waren uns um die Ohren geflogen.

Eigentlich wollte ich am Abend noch säen – deutlich später als letztes Jahr, da war es aber auch viel zu früh, so dass alles schon gakelig (dies ist ein Wort, dass es bedauerlicherweise nur mündlich gibt) war, bis wir die Pflanzen nach den Eisheiligen endlich raussetzen konnten – aber ich hatte dann doch nicht mehr die Saatgut-Auswahl wie gedacht. Da werde ich also erstmal Nachschub besorgen müssen.

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Einundfünfzig

Ich hab so keinen Bock mehr auf diese Temperaturen. Ich brauch ja beileibe noch keine hochsommerlichen Temperaturen, aber wenn jetzt schon kalendarisch und meteorologisch Frühling ist, sind dann so 8 bis 13 Grad zu viel verlangt?

Ohne Kälte und Schneeregen könnte ich vermutlich auch die Tatsache, dass das Kind um halb 12 im Auto auf dem Weg zur Physio einschlief, das Gewecktwerden sehr empörend fand und folglich den kurzen Fußweg in die Praxis hinein und dort drinnen dann weiter lautstark brüllte, jeden Versuch, zumindest mal Schuhe oder Jacke auszuziehen oder gar meinen Schoß zu verlassen mit einer Steigerung quittierte und bereits beim Hereinkommen unsere Therapeutin meinte, so habe sie ihn ja noch nie erlebt (und sie kennt ihn inzwischen seit drei Jahren), so dass wir im Endeffekt einfach wieder fuhren, denn so war das komplett sinnlos, mit etwas mehr Humor nehmen. Nun ja.

Nach auuuuusgiebigem Mittagsschlaf sah die Welt dann immerhin schon deutlich besser aus, und ein Hefehase half ebenfalls.

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Fünfzig

Da morgen möglicherweise die Kita hätte streiken sollen und darum gebeten wurde, sich frühzeitig um Betreuungsalternativen zu kümmern, durfte der Minigecko heute mit Oma und Opa heimfahren und mal wieder übernachten. Nun hat die Kita zwar morgen doch ganz normal offen, wir behielten den Plan aber einfach bei und kamen so zu einem recht unverhofften freien Abend einfach so. Kurz stand zur Debatte, nach Jahren mal wieder in die Sneak zu gehen, schließlich ist es Mittwoch, aber das Risiko auf irgendwas blödsinniges oder unentspanntes war mir einfach zu groß – wenn ich schon mal wieder ins Kino gehe, dann soll sich das auch lohnen. Jedenfalls gingen wir dann kurzentschlossen essen, erstmals libanesisch, und schafften es dabei sogar, nur recht wenig über die Arbeit zu reden. Wegen akuter Hundemüdigkeit schlief die Hälfte von uns bereits bei „Mord mit Aussicht“ ein, die andere wird bald folgen.

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Neunundvierzig

Passend zum Frühlingsanfang schlief das Kind heute Mittag in der Übergangsjacke, nicht wie gestern in der Winterjacke.

Passend zum rieselnden Schnee gab es das Abendbrot heute in Form ausgestochener Schneemänner (gestern Enten).

Ausgestochene Brote fand ich ja lange albern (genau genommen finde ich es noch immer albern), aber nun ja: heute gab es erstmals welche mit in die Kita, und zum ersten Mal seit Wochen war alles aufgegessen. Das gleiche gestern und heute beim Abendessen. Das hält vermutlich nicht ewig, aber zum Aufpäppeln kommt es mir gerade recht.

Der Geckomann hat gestern angekündigt, er hätte jetzt auch gern Entenbrote. Tja. Hm.

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Achtundvierzig

Im Laufe des Tages kam tatsächlich mein Kreislauf zurück, quasi im Austausch für den aushäusigen Geckomann. (Was nicht bedeutet, dass ich meinen Kreislauf wieder abgeben möchte, wenn der Mann morgen wiederkommt, bittedanke.) Das war sehr praktisch, so konnte ich dem sehr entscheidungsfreudigen, lautstarken Kind doch deutlich gelassener begegnen, während er erst brüllte, weil er seine Jacke und Schuhe in der Kita anziehen musste, als ich ihn abholte, das durchhielt, bis wir zuhause waren, um dann ohne Pause weiterzubrüllen und sich zu weigern, Jacke und Schuhe auszuziehen, mit einer kleinen Schippe an Lautstärke drauf nach meinem teilweise erfolgreichen Versuch, ihm die Sachen auszuziehen. Er schlief dann mittags in der Jacke, man muss so einen frisch aufgetauchten Kreislauf ja auch nicht gleich überfordern.

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Siebenundvierzig

Wenig Stimme, etwas mehr Kreislauf.

Ein wenig gestrickt, etwas mehr Hubert und Staller und Netflix geschaut. Passenderweise davor How I Met Your Mother zum ichweißnichtwievielten Mal fertiggeschaut und mal wieder realisiert, dass die Stimme vom 2030-Ted ja die von Christian Tramitz ist. Allerdings hab ich wie immer auf Englisch geschaut, mir fiel es also nur im Abspann auf.

Ja, ich kann Serien oft sehen (oder hören), sehr oft. Nicht alle, bestimmt nicht, aber doch einige. Es strickt und häkelt sich besser, wenn man nicht auf jedes Wort achten muss, und es schläft sich besser ein, wenn man weiß was passiert.

A propos: Gute Nacht. (Ich muss noch eine neue alte Serie aussuchen.)

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