Sechzig – Tagebuchfünf April 2018

Heute bin ich mal wieder dabei bei Frau Brüllens Fünftem, immerhin wird WMDEDGT? heute genau das – 5!

Der Mann ist seit gestern im Außendienst (im Brüllen-Kontext lustig: so etwa 30km vor Basel ;-)), und so klingelt um 6:05 nur mein Wecker. Das Kind hustet noch nicht, fängt aber bald damit an und ist damit auch wach. Und munter! Und möchte Bagger lesen und Findus lesen und Auto lesen, ich möchte uns aber erstmal anziehen und was man morgens eben sonst noch so macht. Kurz vor halb acht sind wir unten, ich mache die Vesperdose fertig, Minigecko entscheidet sich für eine seiner Mützen, dann brechen wir auf. Mit einem Umweg über den Briefkasten fahren wir in die Kita. Heute kein Drama beim Abgeben, ich komme recht bald wieder los und bin kurz vor halb neun bei der Arbeit.

Ein größerer Brocken, der mir seit knapp zwei Wochen fröhlich zuwinkt, wird heute endlich fertig. Leider streikt dann am Ende die Frankiermaschine, so dass ich das Versenden des Resultats an die KollegInnen abgeben muss, bevor ich ins Wochenende verschwinde. Zwischendurch buche ich Rechnungen, erstelle Zahlläufe, übergebe Nachrichten an die Bürokollegin, die ein paar Tage frei hatte, hole Papier im Lager, da ich seit gestern wie eine Wahnsinnige am Drucken bin (der Brocken, endlich lässt er sich drucken), koche mir heute keinen Tee (das passt donnerstags einfach nicht in meinen Zeitplan), verwirre zwischendurch die ehemalige Bürokollegin (ist aber nicht so schwer) und dann ist es auch schon 11:15. Donnerstage sind immer kurz, jetzt fahre ich nämlich direkt in die Kita, hole das Kind, führe eine „die Hausschuhe bleiben hier“-Diskussion, schicke ihn seine Kuscheldecke aus dem Gruppenraum holen, setze uns beide ins Auto und schon geht es zurück, in die Nachbarstadt, zur Physiotherapie. Der Termin ist um 12, wir sind etwas früher da, was praktisch ist, weil man ja ungefähr 15mal die Rampe zur Tür hoch- und runterrennen muss. Da noch Ferien sind, ist die jüngste Tochter unserer Therapeutin dabei und wird auch direkt eingespannt und vom Minigecko sehr bewundert. Er lacht und kichert und strahlt und turnt eine halbe Stunde lang und schläft mir danach erfreulicherweise dennoch nicht im Auto ein, dafür aber kurz nach eins im Bett, wie geplant.

Während er schläft, mache ich mir was zu essen (angebratene Salzkartoffelscheiben, Tomate, Thunfisch, Joghurt, Balsamico – lauwarmen Salat bekomme ich echt aus vielem hin), und lese mich dann beim Essen ein bisschen durchs Netz. Ich fange diesen Artikel an. Um 2 mache ich Fahrrad samt Hänger bereit (und frage mich dabei, was eigentlich eine Blogparade ist – es scheint mir allerdings nicht allzu tragisch zu sein, dass das in den Blogs, die ich lese, nicht vorkommt, und selbst habe ich es in knapp 14 Jahren auch noch nicht vermisst, aber ich stolpere eben ab und zu drüber und habe noch immer nicht begriffen, was es eigentlich sein soll) und richte die Nachmittagsbrotdose, bevor ich ins Kinderzimmer gehe und von einem „Lese!“ begrüßt werde. Es hat lange gedauert, aber die Lesebegeisterung kam endlich beim Minigecko an, heute morgen musste sogar ein Buch mit in die Kita. Die Aussicht auf Fahrrad und Helm lenkt ihn aber doch vom Lesen ab, was günstig für die etwas hängende Zeitplanung ist. Wir fahren los und mein Hinterteil möchte mir mitteilen, dass es nicht so ganz einverstanden damit ist, schon wieder auf einem Fahrradsattel zu sitzen – da war es doch vorgestern erst, soll das jetzt etwa zur Gewohnheit werden? Ja, soll es. In der Kita diesmal wieder mittleres Drama, denn er muss den Fahrradhelm abziehen. Außerdem die Hausschuhe anziehen, die er vor drei Stunden, wir erinnern uns, auf gar keinen Fall ausziehen wollte. Nach 24 Minuten bin ich wieder zuhause und gehe direkt an den Schreibtisch, es ist 15:09 und ich habe eine Stunde, diesmal auf eigene Rechnung. In dieser untersuche ich die Eingangsrechnungen auf Vollständigkeit, nummeriere durch, sortiere und drucke vor mich hin. So eine Stunde geht schnell rum, vor allem wenn zwischendurch noch der Geckomann anruft.

Die zweite Abholung des Tages verläuft völlig dramalos, auf der Heimfahrt werde ich aus dem Anhänger mit vorfreudigen Traktor-Reden beschallt, so dass die restliche Planung des Nachmittags endgültig steht. Ich grabe also ein weiteres Gemüsebeet um und sammle Steine aus der Erde zusammen, während der Sohn seinen Traktor belädt, das Gras mit dem extra angeforderten „große Kabl“, womit ein Schlauch gemeint ist, „gießt“, im leeren Gewächshaus tatsächlich gießt, seine für zwei Tage verschollene und vor etwa 45 Minuten wiedergefundene Sonnenbrille in der vollen Regentonne versenkt (…), mich sodann etwas verständnislos anschaut, dass ich zwar seine oben schwimmende Sandkastenschaufel bergen kann, aber nicht die untergegangene Sonnenbrille, die ich noch nichtmal sehe, und schließlich um halb sechs verkündet, dass er kalte Hände hat und rein will. Ich war also immens produktiv, aber wir hatten frische Luft und mein Rücken hat auch genügend Steine gesammelt. Wir räumen auf und gehen rein, ich mache ein schnelles Abendessen und vertröste den kleinen Leser auf nach dem Essen. Da muss er dann allerdings doch erstmal Purzelbaum üben und ist allgemein etwas aufgedreht, aber ein Drittel „Superwurm“ und ganze zwei Seiten „Findus“ schaffen wir.

Ich verlagere die Party nach oben, es ist immerhin schon 20 nach 7, und vielleicht liest es sich im Schlafanzug besser. Nun ja, im Rückblick ist das wohl Ansichtssache, der Buchtext klang mehrmals so: „Am dritten Tag fraß sie sich durch drei Pflaumen, und wenn der Minigecko mit Duplo spielt, dann hört die Mama auf zu lesen“ – er hat dann allerdings tatsächlich das Duplo wieder hingelegt und sich mir zugewandt, als sei nichts gewesen, also war die Idee wohl gar nicht übel. Kurz vor acht verlasse ich das Zimmer, wenige Minuten später vernehme ich zufriedenes Schnarchen.

Wieder unten mache ich mir einen Tee und schreibe den Artikel fertig, außerdem will ich noch eine kleine Sporteinheit unterbringen und duschen, und dann vermutlich eher früh ins Bett gehen, was ein recht effektiver Weg ist, dem österlichen Süßkram aus dem Weg zu gehen. Oder ich stricke noch auf dem Sofa. Oder vielleicht stricke ich auch im Bett und schaue dabei Netflix auf dem IPad. Ja, das wird es wohl werden. Und irgendwann wird dann auch der Geckomann wieder auftauchen.

Die anderen SchreiberInnen finden sich wie üblich hier.

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