Neunzehn

Pünktlich zu des Minigeckos Geburtstag, allerdings ohne kausalen Zusammenhang mit selbigem, ist das Wohnzimmer fertig umgeräumt.

Geplant war das eigentlich eher für Februar, aber da der Geckomann derzeit leider etwas schwermütig und unzufrieden ist, wollte ich ihm eine Freude machen, und ich wusste, dass die Wohnzimmeraktion auf seinem Wunschzettel ganz weit oben stand. Also entstand am Freitag morgen in meinem Kopf eine verrückte Idee: ich würde vormittags die Bücher umziehen, dazu müssten CDs und DVDs vorübergehend in Wäschekörbe ins Schlafzimmer ausweichen, während der Sohn dann schläft ausrechnen, wie viel Ladevolumen ich benötige und ausmessen, ob das alles in meinen Dreitürer passt, auf dessen Rückbank schon Platz für einen Kindersitz mit Mitfahrer abgeht, und nach dem Mittagsschlaf, so gegen 15 Uhr, mit jenem Mitfahrer zum Möbelschweden aufbrechen. Gegen 18 Uhr wollte ich wieder da sein, Abendessen machen, essen, Kind ins Bett bringen, und dann ans Eingemachte gehen, während der Mann noch eine ganze Weile in der Sauna sein würde.

Was soll ich sagen: mein Plan war gut und recht realistisch. Anfangs (na gut, die erste Reihe Bücher war schon nach links gezogen, und drei Reihen DVDs und CDs waren auch schon weg) sah es so aus:

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In der Mittagspause, nachdem ich ausgerechnet hatte, dass alles problemlos ins Auto passen würde und es nur etwas fraglich war, wie ich nach der Rückkehr denn das Kind aus dem beladenen Auto wieder rausbekäme, da ich nämlich eigentlich das Auto erst entladen wollte, wenn jenes Kind bereits im Bett ist, aber ich würde dafür bestimmt eine Lösung finden, danach jedenfalls sah das Bücherregal so aus und machte (und macht) mich sehr sehr glücklich:

Endlich sind sie wieder beisammen und nicht wild über drei Regale verteilt! Hach. Ich hab mich erstmal ne Weile in den Sessel gesetzt und die Wand links von mir angehimmelt.

Mit nur 41 Minuten Verspätung, die irgendwas mit Essen zu tun hatten, fuhren wir also los. Ich hatte die Manduca dabei und nahm direkt einen normalen Einkaufswagen mit Kindersitz mit rein, da ich inzwischen ja endlich weiß, wo der Aufzug ist. Die letzten Recherchen vor Ort waren schnell gemacht, ich entschied mich eigenmächtig für Hochglanz-Fronten, und schon eroberten wir das Möbellager. Da kam dann also der Möbelwagen dazu, und der Minigecko wollte vom Kindersitz in den eigentlichen Wagen umziehen. Die Kunst der Zweiwagensteuerns ist mir nicht neu und ich meisterte sie auch dieses Mal. Mit dem abgehakten Teil der Einkaufsliste und einem weiteren Bleistift erkaufte ich mir nach etwa einem Drittel der Pakete noch eine Schonfrist, kurz darauf wollte er allerdings aussteigen. Er durfte eine kurze Runde drehen, war dann aber sehr begeistert von meinem Manduca-Vorschlag – ich auch. Ich lud also den Rest auf und reihte uns in die Kassenschlange ein, die inzwischen durchaus freitäglich war. Das Kind war aber zufrieden und so war ich es auch, der einzige Unmut entstand, als ich mich nicht in der Lage sah, meinen Kopf um 180 Grad bis ganz zu ihm nach hinten zu drehen. Er gab sich aber zum Glück damit zufrieden, dann eben nur meine Wange zu küssen und mir weiter den Hinterkopf zu kraulen. So entspannend war wohl noch nie irgendeine Kassenschlange.

Auch wenn der Geckomann skeptisch gewesen war, ob wir diesen Einkauf denn bei Anreise zu dritt in den Kombi kriegen, bekam ich alles in mein deutlich kleineres Auto, und wir hätten dennoch zu dritt sein können. (Ja, darüber werde ich mich wohl noch eine Weile amüsieren.)

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Es gelang mir außerdem, daheim (Ankunft 18:29, netto also voll im Plan) das Kind aus dem Auto zu basteln und dazu nur die drei senkrecht stehenden Türen links im Bild ausladen zu müssen. Jetzt geriet mein Zeitplan allerdings etwas ins Stocken, denn ungefähr zeitgleich mit uns kam mein Schwiegervater an. Das erleichterte mir zwar das Kochen, allerdings aß das Kind exakt gar nichts, ich also auch nicht (ich wollte dann lieber später in Ruhe essen als im Trubel des aufgedrehten Kindes), und auch die Zeit bis es schlief dauerte geringfügig länger als erhofft. Immerhin war er während der zweistündigen Pyjamaparty aber zufrieden in seinem Zimmer, so dass ich um halb neun frisch gestärkt endlich loslegen konnte. Bis 21 Uhr wollte ich die drei Billys leer haben, inklusive entfernter Regelböden, das klappte.

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Lustig wurde es danach, als ich mich an die bis dato etwas unterschätzte Verkabelung bzw. Entkabelung des Regals machte. Monitor und DVD-Spieler liefen über die Vorderkante, das war kein Problem (dafür die ganze Zeit schon unschön). Interessant, aber lösbar waren die LED-Streifen auf der Oberseite sowie das angeschraubte Esstischlichtprovisorium. Zunächst nicht lösbar war die orangefarbene Schalterdose, die in die Seitenwand eingebaut war, denn die Kabel kamen aus einem Loch in der Rückwand heraus in die Dose hinein. Im Endeffekt habe ich einen kleinen Schnitt in die Rückwand gemacht und die angeschlossene Seitenwand mitsamt Kabeln einfach in den Flur gestellt.

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Inzwischen war es kurz vor elf, der Mann allerdings immernoch in der Sauna, ich hatte also noch Zeit. Zwei der vier Korpi baute ich auf, entfernte außerdem die Mäusespuren auf dem Boden und himmelte zwischendurch immer mal das Bücherregal an. Dann ging ich allerdings doch mal schlafen.

Als der Geckomann heimkam, wurde ich quasi von seinem Grinsen wach, als er ins Zimmer kam. Mein Vorhaben war erfolgreich, er freute sich sehr und war etwas ungläubig, dass ich mit Minigecko und in meinem Auto sämtliche Möbelteile einkaufen war. Ich hatte aber ja zum Glück Beweisfotos 😉

Am Samstag bauten wir zu zweit bis dritt weiter, am Abend stand alles, war gerade, verschraubt und verkabelt und auch etwa zur Hälfte eingeräumt.

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Heute waren noch die Nachwehen zu beseitigen, außerdem Beleuchtung und Wandbehang soweit möglich zu vervollständigen, und spät am Abend sah es dann tatsächlich so aus:

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Das war anstrengend, aber sowas von lohnenswert! Demnächst suchen wir noch Fotos aus, um die zwei großen weißen Flecken im Wohnzimmer (über dem Sofa und mittig über dem Regal) mit großformatiger menschenleerer Fotografie zu schmücken. Für eines haben wir schon eine Idee, das andere wird sich auch finden.

Hach. Was ein Glück, dass das zufällig alles in mein Auto passte! 🙂

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