Tagebuchfünf Dezember 2017

Frau Brüllen fragt wieder, was wir denn den ganzen Tag so machen, und sammelt hier die Antworten.

Nun, schauen wir mal. Der Wecker klingelt um 6:05, irgendwann bin ich dann auch wach genug, um aufzustehen. Erst ins Bad und dann nach unten, dem Mann die Kaffeemaschine anschmeißen und dem Kind die Brotbox und Wasserflasche füllen. Dann wieder hoch, anziehen und schminken , derweil macht der Mann das Kind kita-fein und ich verschwinde aus dem Haus. Um 7:52 sitze ich am Schreibtisch.

Buchen, einbuchen, umbuchen, dies besprechen, das besprechen, weiterbuchen, manchmal auch was suchen, Mail schreiben (teils mit Gesuchen). Unglaublich schnell ist es 12, ein paar Minuten hänge ich dran, um etwas fertigzumachen, dann sitze ich wieder im Auto (in das mir der Geckomann wenige Minuten zuvor den Kindersitz eingebaut hat) und fahre zur Kita, um den Minigecko abzuholen.

Ich wechsle noch ein paar Worte mit seiner Erzieherin, sie macht mich auf sein tränendes Auge aufmerksam, stimmt mir bezüglich Logopädie-Unnötigkeit und Sprachentwicklung zu, dann mache ich mich auf zum Gruppenraum, in dem die 12-13 Uhr-Kinder sind. Wir fahren nach Hause, es gibt für den Kleinen noch eine Kleinigkeit zu essen und geht dann wegen unglaublich hoher Frustrationstoleranz schleunigst ins Bett zum Mittagsschlaf. Was ich vom Auge gesehen habe, sieht für mich nach seinem üblichen Erkältungsende-Auge aus, das ich ihm wohl vererbt habe, aber nicht nach Bindehautentzündung (die hatte er im Frühjahr und das sah ganz anders aus).

Kurz nach 13 Uhr habe ich also Mittagspause, ich mache mir eine bunte Mischung aus Resten warm, schaue dabei etwas Serie und lese nach, was unser Kinderarzt so zum Thema Bindehautentzündung schreibt. Ich beschließe, zu schauen, wie es nach dem Mittagsschlaf aussieht, und überlege derweil mit dem Mann zusammen, wie wir ein eventuelles „Kind ist ansteckend und darf nicht in die Kita“ organisieren, da wir ja nächste Woche Urlaub haben (entweder bliebe der Geckomann daheim, oder wir nähmen den topfitten Kerl mit ins Büro und ließen ihn von meinen Eltern dort statt in der Kita abholen).

Um viertel vor drei gehe ich ins Kinderzimmer und lasse mich dann mit kurzen Unterbrechungen etwa eine Stunde lang anbrüllen, weil es dunkel ist, weil ich das Licht ausmachen soll, weil der Rollladen unten ist, weil ich den Rollladen anhalten soll, weil ich den Rollladen wieder runtermachen soll, weil er die Hose nicht ausziehen will, weil er nichts zum Kuscheln hat, weil ich ihm ein Kuscheltier gegeben habe, weil das weggeworfene Kuscheltier nicht mehr da ist, weil er die Hose wieder anziehen soll (von den Socken reden wir besser gar nicht erst, da läuft man nämlich vor Empörung grundsätzlich fast blau an) und weil vermutlich in China diverse Säcke Reis umgefallen sind. Es ist recht eindeutig, dass ein leerer Bauch das zugrundeliegende Problem ist, es ist aber auch genauso eindeutig, dass bei dieser Laune an Essen nicht zu denken ist (auch diese wunderbare Kombination habe ich vererbt). Manchmal hilft da eine Milchschnitte, aber heute ist das Problem zu weit fortgeschritten. Mausclips auf YouTube retten uns beide, und um die pädagogische Meisterleistung zu vervollständigen, gibt es dazu zunächst Kekse. Als er von diesen genug hat, werden Salzstängchen verlangt (diese Art der Kombination hat der Geckomann vererbt), und irgendwann ist das Kind satt, hat genug von der Maus und möchte stattdessen Anne Kaffeekanne hören und auf mir herumturnen. Ich versuche, dabei das Auge zu inspizieren, das natürlich durch das tränenreiche Gebrüll schön saubergespült wurde und eben aussieht wie ein Auge. Ich schau mir das an bis halb fünf, und da es weiterhin aussieht wie ein Auge, streiche ich den Kinderarzt-Plan. Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns mit Duplo, lesen und auf mir rumturnen.

Kurz vor 5 teilt der Geckomann mit, dass er dringenden Saunabedarf hat. Also besprechen wir kurz darauf am Telefon das Nötigste, bevor ich versuche, trotz permanenter Beanspruchung meiner Ohren und des dazwischenliegenden Hirns (ich weiß wirklich nicht mehr, um was es ging, aber es war sehr… durchdringend) einen Einkaufszettel fertigzustellen. Wir gehen also einkaufen und sind um halb sieben wieder daheim. Ich mache uns eine weitere bunte Mischung an Resten warm und es gibt Abendessen. Die letzte Augenbegutachtung des Tages ergibt noch immer nichts Ungewöhnliches.

Als der Minigecko im Bett liegt ist es kurz nach acht, ich habe tatsächlich Feierabend. Sonderlich produktiv bin ich nicht, ich bin irgendwie zu urlaubsreif für alles, was ich hätte tun können oder wollen. Kurz nach zehn gehe ich daher ins Bett, schreibe und lese noch ein wenig, kurz nach 11 (jetzt) kommt auch der Geckomann wieder heim und ich werde gleich schlafen.

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