Alte und neue Standards

Teil 1:

Gestern überlegte ich, was ich mit überzähligen Äpfeln machen könnte, und ob mir Apfelkompott zu Karthäuser Klößen/Armen Rittern gefällt. Ich war nicht ganz überzeugt, aber die Möglichkeit, altbackene Brötchen ebenfalls verwerten zu können, fand ich gut. Als ich in diese Richtung weiterdachte, kam ich auf Brotauflauf. Also hab ich nach Rezepten dafür gesucht, und dann fiel mir auch ein, dass ich das, was sich in meinem Kopf zusammenspann (meine Spezialität: aus mehreren Rezepten ein Neues machen), auch unter dem Begriff Ofenschlupfer kenne.

Das Praktische daran ist, dass es wie ein Kuchen fungiert, aber mit Baby irgendwie praktischer zuzubereiten ist – kein Hefeteig, der beim Gehen aus der Schüssel quillt, weil man am Stillen ist, kein Rührteig, den man stehen lassen muss, kaum dass das Backpulver drin ist, weil jemand genau dann ganz arg dringend Hunger hat. Die Brötchen sind eh schon trocken, das macht nix, wenn die noch ne halbe Stunde länger rumstehen ;-). Und im Vergleich zu Armen Rittern ist der Ofenschlupfer deutlich fettärmer, weniger aufwändig (nix zu panieren, nix in der Pfanne zu wenden), und man hat danach keinen Fett-Brat-Dunst in der Wohnung stehen. Außerdem schmeckt es vorzüglich! Also: neuer Standard für alte Brötchen 🙂

*Ich hab so viele alte Brötchen in dicke Scheiben geschnitten, dass ich in der Auflaufform zwei Lagen damit legen konnte (die zweite Lage waren hauptsächlich große Bruchstücke, aber das macht ja nix).

*Außerdem hab ich so viele Äpfel geviertelt, entkernt und mit Schale durch den Raspelaufsatz meiner Küchenmaschine gejagt, um eine Schicht Apfelraspel in der Form zu erhalten.

* Auflaufform buttern

* eine Lage Brötchen, ein wenig braunen Zucker darauf

* Äpfel verteilen, etwas Zimt darauf streuen, gerne nochmal etwas Rohrzucker

* Rosinen drüberstreuen (ich hatte sie vorher in Orangensaft eingeweicht, außerdem hatte ich noch Cranberries übrig)

* Brötchenbrösel drüber

* 3 Eier mit einem Liter Milch und 2 Päckchen Vanillezucker verrühren, darübergeben – Menge entsprechend anpassen so dass die obere Brötchenschicht zumindest nasse Füße hat (Ich hatte eine wirklich große Form genommen und brauchte ca. einen weiteren halben Liter)

* bei etwa 160 Grad nach Geschmack 30-45 Minuten backen. Bei mir waren 30 geplant, stillbedingt waren es dann gut 40 Minuten, hat auch nicht geschadet.

Geht pur, mit Vanillesoße oder auch mit griechischem Joghurt.

Teil 2:

Schon länger Standard ist Linsencurry, auch das zusammengewürfelt aus mehreren Rezepten. Eignet sich gut, um mehrere Gemüsesorten zuzubereiten, die für eine weniger gemischte Zubereitung zu wenig sind (kann bei der Gemüsekiste passieren).

*Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden/pressen und in einem großen Topf anschwitzen

*verschiedenes Gemüse (gut geeignet sind unter anderem Pilze und Paprika, außerdem Karotten, Lauch, kürzlich hatte ich auch Mungobohnenkeime dabei, gerne auch Äpfel, vermutlich passt auch Ananas) in mundgerechte Stücke schneiden, in einer sinnvollen Reihenfolge dazugeben und kurz mit anbraten

* rote oder gelbe Linsen dazugeben (am besten ausprobieren, welches Linsen-Gemüse-Verhältnis einem am besten gefällt, ich kippe inzwischen eine ganze Packung rote Linsen dran), ebenfalls kurz mit anbraten

* mit Gemüsebrühe ablöschen (Linsen sollten bedeckt sein), köcheln lassen, zwischendurch umrühren

* vorher eingeweichte Rosinen mitkochen lassen

* würzen mit reichlich Curry, außerdem Salz und Pfeffer, gerne Chili, und was einem sonst noch gefällt, aber ganz wichtig: Zitronensaft! Sonst fehlt wirklich was, das haben wir das letzte Mal bemerkt.

* Die Linsen brauchen 10-15 Minuten, ob man lieber noch weichere Linsen und dafür weicheres Gemüse möchte oder eher al-dente-Linsen und tendenziell bissfeste Karotten, beispielsweise, ist eine reine Geschmackssache (außerdem hängt es natürlich davon ab, welches Gemüse man verwendet hat und wie klein es geschnitten ist).

Servieren mit Naturjoghurt – je mehr Schärfe, um so mehr Joghurt muss man einplanen 😉

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