1966 - 2010
Ich würde ja sagen, jetzt sind wir quitt
(Minute 38)
Ich würde ja sagen, jetzt sind wir quitt
(Minute 38)
Gestern war in Neustadt im Roxy wieder das berühmte KinoVino (Kino und Wein, hört man ja
), und diesmal war auch ich mit von der Partie. Um 20 Uhr ging es in unserem Saal los, und nach den Trailern kamen die gewohnt lustigen Begrüßungsworte des Kinochefs, der uns diesmal bat, besonders freundlich zu den Italienern zu sein, die nachher in der Pause hinter dem Buffet stünden, und außerdem ankündigte, dass der erste Film zwar eigentlich schon auf deutsch fertig sein sollte, aber es eben dann leider doch nicht sei, weshalb sie ihn nun als Original mit Untertitel zeigten. Diese Ankündigung spaltete das Publikum ein wenig, teilweise kam Applaus auf, teilweise waren die Leute nicht so begeistert. Ich fand es gut, welch Überraschung, ziehe ich doch die Originalfassung oft vor - jedenfalls dann, wenn ich die Sprache verstehe
.
Jedenfalls, der erste Film war Verlobung auf Umwegen, Deutschlandstart ist am 9.9.2010 (kein Wunder, dass die Synchronisation noch nicht fertig war…). Ich fand ihn toll, Denis wohl auch, das Roxy-Publikum gab eine 1,66, was den Film zum bestbenoteten seit Invictus macht (7.4., Note 1,64, zu dem wollte ich damals eigentlich auch was schreiben…). Im Mittelpunkt steht Anna aus Boston, die auf einen Heiratsantrag ihres Freundes wartet. Da dieser aber nicht zu kommen scheint, nimmt sie die Sache selbst in die Hand und macht sich eine alte irische Tradition zu nutze, nach der am 29. Februar (engl. Leap Day, so auch der Originaltitel) die Frauen den Männern Heiratsanträge machen dürfen. Über die Lachhaftigkeit der Tatsache, dass man dazu angeblich einen besonderen Tag alle vier Jahre braucht und es im Film niemandem in den Sinn kam, dass das vielleicht möglicherweise unter Umständen eventuell Schwachsinn ist und das im Zweifelsfall an jedem hundsgewöhnlichen Tag geht, lasse ich mich jetzt mal nicht aus… Daher reist sie ihrem Freund nach Irland nach, der dort auf einem Kongress weilt - allerdings treten bei der Anreise gewisse Schwierigkeiten auf, als ihr Flugzeug wegen schlechten Wetters nicht in Dublin landen kann und sie daher in Wales steht, irgendwie dann in einem irischen Kaff namens Dingle landet und von dort irgendwie nach Dublin gelangen muss. Dass das nicht alles genauso funktioniert, wie sie es gerne hätte, versteht sich ja von selbst
.
Und klar, das Ende ist absehbar, aber trotzdem wird die Geschichte hübsch erzählt und schafft es, nicht meine Fremdschäm-Sensoren zu treffen - da diese recht groß sind, ist das durchaus eine bemerkenswerte Leistung
. Außerdem sind die Bilder von Land und Leuten absolut fernwehauslösend, und irisches Englisch in der Originalfassung macht einfach Spaß
. Empfehlung!
In der Pause gab es dann Wein von der WG Herxheim am Berg und einen italienischen Spezialitätenteller von, ähm, hab ich vergessen. Das ganze in der lauen Abendluft draußen genossen, auch wenn an den extra auf dem Gehweg vorm Kino aufgestellten Tischen und Bänken kein Platz mehr war, weil wir mal wieder zu lahm waren - aber sich zu beeilen stand außer Debatte, viel zu gemütlich alles
. Aber auch so war das Essen gut, der Wein ebenso, die Stimmung entspannt und angenehm, und überhaupt - ich mag dieses Kino, falls es nicht auffällt
.
Nachdem uns, welch Jammer, auch noch ein Eis aufgedrängt wurde, ging es lustig weiter mit Männer im Wasser. Der Film stammt aus Schweden und läuft hierzulande am 19.8.2010 an, von mir gabs ne 2, vom Publikum im Schnitt eine 2,36. Eine etwas gealterte Herrenhallenhockey-Mannschaft, die zu besseren Zeiten mal fast irgendwas gewonnen hat (ich glaube, es waren die schwedischen Meisterschaften, bin mir aber nicht mehr sicher), wird aus seiner angestammten Trainingshalle vertrieben und ist daher auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld - das erstaunlicherweise im Wasser liegen wird. Bevor es tatsächlich dazu kommt, dass “die Schwäne” sich auf internationalem Terrain beweisen dürfen, müssen diverse Klippen umschifft werden, sowohl, was persönliche Querelen anbelangt (nein, diesmal ist keine Liebesgeschichte verbastelt), als auch der Umgang mit dem ein oder anderen Vorurteil. Insgesamt sind die Akteure jedenfalls herrlich menschlich, meist wildentschlossen und im Endeffekt gar nicht schlecht bei dem, was sie tun. Auch hierfür eine Empfehlung vom KinoGecko
.
In Neustadt nähert man sich dem korrekten Ortsnamen, Mußbach, schrittweise:
(Leider nur Handy-Schnappschüsse, ohne draufklicken sieht man vermutlich gar nichts. Also klicken
)
Unser Dozent in Rechnersysteme I:
“Das ist hier manchmal etwas schwierig, ihr seid da im Normalfall zweigeteilt bei der Technischen Informatik. Es gibt welche, die mögen es und machen es gerne, die haben eine gewisse technische Affinität, und es gibt welche, die mögen es nicht so, die müssen dann halt einfach durch. Bei der Theoretischen Informatik ist das einfacher, das mag keiner.”
In diesem Sinne - ich gehe jetzt mal an mein ReSy-Blatt
Es geht um einen Film, und zunächst klingt das ja mal italienisch - ist es aber nicht. Marcello Marcello ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion von 2008 und läuft seit letztem Donnerstag in deutschen Kinos, wir haben sie letzten Mittwoch in der Sneak gesehen.
Das Roxy-Publikum hat insgesamt eine 2,73 gegeben, unser Schnitt ist eine 1,5. Zwar war der Film teilweise durchaus schmalzig, aber die Idee, die Umsetzung, die Bilder und die Charaktere machten das meiner Meinung nach mehr als wett. Wer sich einen lockerleicht-lustigen Sommerfilm ansehen will - Empfehlung.
Ach so, worum es geht? Tjaa. Na gut, ich könnte mal wieder üben, Filme zusammenzufassen, und zwar ohne alles zu verraten… Der Film spielt im Jahre 1956 auf einer kleinen italienischen Insel im Mittelmeer, auf der ein etwas merkwürdiger (und umstrittener) Brauch gepflegt wird. Wenn junge Frauen 18 werden dürfen sie ihre erste Verabredung haben, die Wahl des Verehrers trifft allerdings der Vater, und zwar anhand der Geschenke, die die an einer Verabredung interessierten jungen Männer ihm am 18. Geburtstag ihrer Tochter Punkt 15 Uhr überreichen. Marcello ist im Verehrer-Alter, hat an dieser Tradition allerdings überhaupt kein Interesse - jedenfalls so lange nicht, bis die schöne Elena ins Dorf zurückkehrt. Sie ist die Tochter des Bürgermeisters, was es für ihn als Sohn eines armen Fischers nicht gerade einfach macht, ein angemessenes Geschenk zu finden. Die Idee, die er hat, ist allerdings glänzend, doch bis er sie umsetzen kann hat er mit diversen schrulligen Gestalten aus dem Dorf zu tun und trifft mit ihnen nicht weniger schrullige Abmachungen.
In Neustadt ist dieses Wochenende der Rheinland-Pfalz-Tag, das Landesfest, und im Rahmen dessen traten heute am späten Vormittag auch Hein&Oss auf. Diese Helden meiner Kindheit (nicht nur sie, es ist eine illustre Runde…) musste ich mir natürlich ansehen, unter anderem auch deshalb, weil man ja nicht weiß, wie oft sich einem diese Chance noch bieten wird - immerhin sind die beiden Jahrgang 1927. Also bin ich zum Hetzelplatz getrabt und habe mir eine halbe Stunde Hambach-Lieder angehört und mitgesungen, außerdem was über den Wiener Walzer (Tanz der Bürger als Gegensatz zum aristokratischen Menuett, etabliert durch den Wiener Kongress 1815, außerdem ein Zeichen der Emanzipation der Frau (man konnte den Fußknöchel sehen, hui)) gelernt und darüber, was die schwarzen Fahnen beim Hambacher Fest bedeuteten (Trauerflaggen der Winzer, die wegen hoher Zölle ihren Wein nicht exportieren konnten). Laut Heiner haben wir außerdem die Premiere eines Kulturereignisses mitbekommen, denn sie waren sich zum allerersten Mal auf der Bühne uneins, welche Strophe als nächste käme - Oss nahm dies zum Anlass, ein Witzchen über die steigende Wahrscheinlichkeit von Alzheimer zu machen. Kurzum, die Jungs waren gut drauf
.
Und wer ist wer? Derjenige ohne Tuch ist Oss.
Ein Tag, der mit der ersten eigenen Balkonerdbeere beginnt, kann ja eigentlich nur gut werden, oder?
Danach mit der S-Bahn durchs Speyerbachtal zu fahren, in dem der Nebel hinter Burgen aus dem Wald aufstieg (ich liebe diese Bahnstrecke heiß und innig) hatte ebenfalls Tagversüßungsqualitäten.
Dass von der Nachbarwohnung im gleichen Haus heute Nacht das zur Straße gewandte Fenster teilweise zu Bruch ging, irritiert mich allerdings etwas. Zwischen elf und zwölf hatte ich etwas gehört, als wäre etwas umgefallen und kaputt gegangen, habe auch rausgeschaut auf die Straße, aber nichts gesehen. Als ich dann heute morgen aus dem Haus ging, lagen Scherben auf dem Gehweg und die äußere Scheibe des Doppelglasfensters war hinüber. Könnte Durchzug gewesen sein, der das Fenster zum Knallen gebracht hat oder so…
Wie weiht man ein Gaadeheisl ein? Mit Grillen, logisch. Und wenns dann zwischendurch kurz regnet und dann wieder die Sonne strahlt, dann steht das der Kiwi ausgezeichnet.
Sooo. Da war ja letzte Woche dieses Konzert, in Heilbronn.
Wir brachen zu dritt kurz vor 17 Uhr in Heidelberg auf, tuckerten gemütlich mit der S-Bahn nach Heilbronn und waren dann irgendwann zwischen sechs und halb sieben im Stadion - davor übrigens keine Schlangen, aber innen dann, nach der Kartenkontrolle, hieß es Gänsemarsch ums halbe Rund herum. Von den insgesamt vier Vorgruppen bekamen wir zwei mit, nämlich Stanfour und Paolo Nutini, und wider Erwarten hielt die ganze Zeit das Wetter (was erfreulicherweise auch den ganzen Abend über so blieb). Eigentlich hatte es schon um 16:30 begonnen, für sechs Stunden im Frankenstadion rumhängen fehlten uns allerdings Zeit und Motivation.
Ich hatte zuvor schon ein Konzert vom Hallenteil dieser Tour auf BluRay gesehen und war daher mal gespannt, wie Pink z.B. auf die Bühne kommen würde, denn vom Hallendach abseilen geht ja ohne Halle schlecht - gut, es war dann aber recht schnell geklärt, wozu der Kran neben der Bühne stand
. Auch sonst war das Konzert so akrobatisch, wie man es von Pink erwarten kann, sie schien saugut drauf zu sein und muss wohl ganz gerne kopfüber irgendwo hängend singen. Zwar wirken 90 Minuten Pink inklusive Zugabe eher kurz, aber bei dieser Show ist das dann doch irgendwie nachvollziehbar. Lustig fand ich ja folgendes Zitat: “Das folgende Lied haben wir ins Programm genommen, damit wir auch mal sitzen können.” - es kam dann Dear Mr. President.
Mein Fazit: Tolles Konzert, war das Geld definitiv wert, aber 24.000 Leute brauch ich nicht immer auf ner Veranstaltung um mich rum… etwas kleiner mag ich tendenziell lieber, da bekommt man mehr von der Stimmung ab.
Oh, und ohne unsren selbstlosen Abholer hätten wir etwas doof gekuckt und wären nachts irgendwo unterwegs gestrandet! :-* Das darf nicht unerwähnt bleiben
.
Hier noch ein ausführlicher Artikel mit Bildergalerie von stimmt.de (Jugendportal der Heilbronner Stimme) zum Konzert.
Ich hatte das Bobbelsche dabei, und ein paar Fotos wurden sogar ansehnlich: